Bildung

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Der Kanton Zürich spart - an der Bildung, an der Zukunft, an unserem wertvollsten Rohstoff. Und dies obwohl jetzt erst recht Investitionen notwendig sind.

Das wichtigste Wort in der Zürcher Finanzpolitik lautet "kostenneutral". Man könnte meinen wir stecken tief in einer Wirtschaftskriese. Man könnte meinen unsere Steuern für Grossvermögende und Milliardenunternehmen seien nicht bereits äusserst komfortabel. Und man könnte meinen hinter dem harmlosen "kostenneutral" wäre tatsächlich der Status quo gemeint und nicht eine versteckte Sparmassnahme.

Es wird gespart an allen Ecken und Enden. Im Jahr 2014 wurde so nach langem erstmals wieder ein Tabu gebrochen: Berufs- und Kantonsschulen sind vom Sparwahn nun ganz besonders betroffen. "Kostenneutral" bedeutet die gleichen Gesamtkosten trotz wachsender Bevölkerung und somit auch immer mehr Lernenden. Heisst weniger Lektionen pro Woche und somit ein tieferes Bildungsniveau. Heisst mehr Pflichtlektionen für bereits ausgelastete Lehrpersonen. Heisst gestrichene Freifächer und mehr Massenabfertigung nach Lehrplan statt Platz für Individualität. Heisst weniger Prüfungen mit doppelt so vielen Themen, weil Lehrpersonen für weniger korrigierte Prüfungen bezahlt werden. Heisst weniger Platz für Innovative und unkonventionelle Lerninhalte.

Und das alles zu einer Zeit, in der Bildungsinvestitionen ganz besonders notwendig sind. Die fortschreitende Digitalisierung wird den Arbeitsmarkt auf den Kopf stellen. In einer Zeit in der Computer und Roboter immer mehr Arbeit übernehmen, ist es entscheidend, dass wir junge Menschen im kreativen, vernetzten Denken fördern. Die klare Abtrennung zwischen den einzelnen Fächern ist längst nicht mehr zeitgemäss und pädagogisch fragwürdig. Der Klimawandel wird oft in Geografie, Biologie, Chemie und Staatskunde zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit mehr oder weniger Bezug zueinander diskutiert. Hier eine bessere, vernetzte Lösung zu finden wäre nicht schwer - für den Lerneffekt aber entscheidend. Neue, fächerübergreifende und auf die einzelnen Lernenden ausgelegten Lernmethoden zu entwickeln lohnen sich, brauchen aber auch den Willen dazu und die Bereitschaft heute für die Zukunft zu investieren. Ich setze mich ein für eine Bildungsoffensive.

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